Unsere Heimat wird bedroht. Wie jetzt bekannt wurde, laufen Planungen, die mitten in der Dresdner Heide und im Schönfelder Hochland die Errichtung von Windrädern erlauben sollen. Diese Pläne des Regionalen Planungsverbandes Oberes Elbtal/Osterzgebirge sollen am 23. März 2026 beschlossen werden. Im Ergebnis wäre es dann möglich, auf diesen Flächen Windräder deutlich höher, als der Dresdner Fernsehturm, der 225 Meter misst, zu bauen. Die Fundamente dieser Anlagen bestehen aus ca. 1500 Kubikmetern Beton und messen bis zu 30 Metern im Durchmesser.
Genau diese Art der Landschaftszerstörung findet bisher vor allem im ländlichen Raum von Sachsen statt. Wir sind, wie viele Sachsen, die bereits jetzt davon betroffen sind, nicht mehr bereit, eine verfehlte Energiepolitik des Bundes einfach zu ertragen und alle negativen Auswüchse dieser Ideologie hinzunehmen. Der Dresdner Stadtrat hat deshalb bereits zweimal Beschlüsse gefasst, die eine Errichtung von Windrädern auf dem Gebiet der Landeshauptstadt untersagen. Diese Beschlüsse sind der Ausdruck von gelebter Demokratie. Die kommunale Selbstverwaltung ist in Deutschland verfassungsrechtlich in Art. 28 Abs. 2 Grundgesetz (GG)1 garantiert: „Den Gemeinden muss das Recht gewährleistet sein, alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln.“ Wir fordern genau dieses Recht auf Selbstbestimmung für uns und alle andere Kommunen ein! Grundlage der Demokratie ist für uns, dass demokratisch getroffene Entscheidungen zu respektieren sind. Wer das nicht tut, der zerstört das Vertrauen der Bürger.
Es war in Sachsen lange Zeit Konsens, dass es zumindest im besonders schützenswerten Naturraum Wald keine Windkraftanlagen geben soll. Dieser Konsens wurde durch die Landesregierung aufgekündigt, so dass Wälder, die angeblich keine über das normale Maß hinausgehende Schutz- und Erholungsfunktion erfüllen, für Windräder zulässig sein sollen. Aber selbst nach diesen Kriterien sind aus forstfachlicher Sicht insbesondere die Dresdner Heide, aber auch das Gebiet um den Triebenberg klar Ausschlussgebiete für Windräder. Obwohl die fachliche Bewertung des Staatsbetriebes Sachsenforst eine klare Sprache spricht, sollen trotzdem Windräder in der Dresdner Heide etwa im Bereich der Ullersdorf-Langebrücker Straße gebaut werden. Rund 6000 Hektar der Dresdner Heide sind als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, sie ist einer der größten Stadtwälder Deutschlands und das bedeutendste Naherholungsgebiet der Stadt.
Manch einer mag fragen, wieso es dem Dresdner Norden anders gehen soll als anderen vielerorts im ländlichen Raum. Weil der Dresdner Norden seit Jahrzehnten zwar noch nicht durch Windräder, aber durch vieles andere erheblich belastet ist. Am stärksten durch Industrie und Verkehr. Zwei Autobahnen und diverse Bundes- und Staatsstraßen und Eisenbahnlinien treffen sich hier, der Flughafen Dresden-Klotzsche und die wichtigsten Industriebetriebe der Stadt sind hier. Sogar Kiesabbau gibt es. Die Neuansiedlungen und Erweiterungen vor allem im Bereich der Halbleiterindustrie machen Dresden zur Nr. 1 der europäischen Chipindustrie. Das ist gut für die Region. Schafft es doch Wertschöpfung, Zukunft und gut bezahlte Arbeitsplätze weit über die Stadt Dresden hinaus. Auch Ostsachsen, das Elbland und selbst Mittelsachsen, das Erzgebirge und Südbrandenburg profitieren. Aber das Wachstum bedeutet auch ein Mehr an Belastung für Mensch und Natur vor Ort und fordert einen besonders sensiblen Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Das vermissen wir aktuell.
Seit der Ansiedlung der Chipindustrie seit 1994 musste der Dresdner Nordraum mit vielen neuen Einflüssen umgehen. Tausende Bäume wurden für die Fabriken und die Trassen der Versorgungsleitungen bereits gefällt – mit allen Folgen für Landschaft und Umwelt, auch für empfindliche Gebiete wie die Dresdner Heide und die Moritzburger Kleinkuppenlandschaft. Jüngst erfolgten weitere Fällungen – auch im Bereich der Dresdner Heide, um die Ansiedlung neuer Werke zu ermöglichen. Alles mit einer hohen Akzeptanz der Bevölkerung und viel Einsicht in die Notwendigkeit, obwohl Ausgleichsmaßnahmen wie Neuanpflanzungen nie im Stadtgebiet erfolgen. Jetzt aber Windräder mitten in die Dresdner Heide zu setzen, überschreitet eine Grenze, die auch nicht mit der Entwicklung der Chipindustrie zu rechtfertigen ist. Die Dresdner Heide muss tabu bleiben!
Die Heide muss als wichtiger Erholungsort für die Menschen in Dresden, Radeberg, Ottendorf-Okrilla, dem Hochland und der ganzen Umgebung, als wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen und als forstwirtschaftlich gepflegtes Gebiet unantastbar für Windräder bleiben! Die Heide muss geschützt und in ihrem heutigen Umfang erhalten werden!
Ähnliches gilt auch für das Schönfelder Hochland. Der dörflich geprägte Teil der Landeshauptstadt, der sich durch eine einzigartige Kulturlandschaft, unberührte Natur und Landwirtschaft auszeichnet, muss vor der massiven Landschaftseinschnitten durch Windkraftanlagen geschützt werden. Man stelle sich Windräder mit 300 Metern Höhe am fast 400 Meter hohen Triebenberg, dem höchsten Berg der Stadt vor. Dieses Konstrukt würde den Fernsehturm um über 200 Meter überragen und den Charakter des Schönfelder Hochlandes unwiederbringlich zerstören.
Wollen wir das? Nein! Für uns ist das Maß jetzt voll. Wir fordern: Keine Windräder in der Dresdner Heide und im Schönfelder Hochland! Respekt für die demokratischen Entscheidungen des Dresdner Stadtrates.
Die Petition läuft über 12 Wochen. Unabhängig von der Entscheidung des Panungsverbandes am 23. März 2026 ist es wichtig, dass es ein deutliches Signal der Dresdner gibt. Bitte teilen Sie die Petition. Sprechen Sie mit anderen darüber. Lassen Sie es nicht mehr zu, dass die Politik in Hinterzimmern gegen den erklärten Willen der Mehrheit agiert.
Hintergrund:
Planunterlagen des Verbandes – https://hidrive.ionos.com/share/3nar03dynf#$/TOP2_Sitzungsunterlagen_Teil2

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